Der 9. Jahrgang der Bergschule Fockbek beschäftigt sich zurzeit im Geschichtsunterricht mit dem Nationalsozialismus und dem 2. Weltkrieg. Um mehr über die Vergangenheit und ihre Auswirkungen zu erfahren, haben wir am 30. Januar 2026 einen Ausflug zur KZ-Gedenkstätte Neuengamme gemacht. Ermöglicht wurde uns dieser Besuch kostenlos durch die „Harald-Striewski-Stiftung“. Dafür bedanken wir uns sehr!

Um 07:40 Uhr starteten wir gemeinsam mit unseren Lehrkräften von der Bergschule aus. Schon während der Busfahrt war die Stimmung anders als bei anderen Ausflügen – ruhiger, ernster. Viele wussten, dass uns ein Ort erwartete, der eine schwere und erschütternde Geschichte trägt. Gegen 10:15 Uhr kamen wir in Neuengamme an. Als wir das Gelände betraten, fiel sofort die Weite des Ortes auf. Große Backsteingebäude, lange Wege und eine fast bedrückende Stille prägten den ersten Eindruck.

Nach unserer Ankunft wurden wir in kleinere Gruppen von etwa zehn Schülerinnen und Schülern eingeteilt. Jede Gruppe erhielt eine eigene Führung, bei der uns die Geschichte des Lagers detailliert erklärt wurde. Uns wurde gezeigt, wo sich die Unterkünfte befanden, wo gearbeitet wurde und wie das gesamte Lagersystem organisiert war. In einer Ausstellung konnten wir uns Artefakte aus dieser Zeit ansehen und Fragen zu ihnen stellen. Es gab Artefakte wie Kleidung, Besteck, Zeichnungen und zum Beispiel einen Nachbau der Holzbaracken als Modell, da diese nicht mehr stehen. Außerdem wurden uns viele Geschichten von Häftlingen erzählt, um zu verstehen, wie verschieden das Schicksal dieser Menschen war. Nachdem wir im Gebäude alles gesehen und erfahren hatten, besichtigten wir das Außen-Gelände. Uns wurde gezeigt, wo und wie die Menschen zur Arbeit gezwungen worden waren, zum Beispiel auch in der alten Ziegelsteinfabrik, in der sie unter harten Bedingen Steine für Hamburger Pachtbauten produzieren mussten.

Zu sehen, wie organisiert und geplant dieses System war, hat viele von uns besonders schockiert. Es war nicht nur Chaos oder Zufall – es war ein bewusst aufgebautes System der Unterdrückung und Entmenschlichung. Die verschneite Landschaft an unserem Besuchstag verstärkte die bedrückende Atmosphäre. Während wir mit dicken Jacken und warmen Schuhen unterwegs waren, mussten die Häftlinge hier oft ungeschützt der Kälte ausgesetzt sein. Gerade dieser Kontrast hat viele von uns zum Nachdenken gebracht.

Unser Rundgang endete im Haus des Gedenkens, wo einem nochmals klar wurde, wie viele Menschen auch in diesem KZ gestorben waren.

Gegen 13:00 Uhr traten wir die Rückfahrt zur Bergschule an. Die Stimmung im Bus war deutlich nachdenklicher als am Morgen. Viele führten leise Gespräche oder blickten aus dem Fenster und dachten über das Gesehene nach. Dieser Tag war kein gewöhnlicher Schulausflug. Er war emotional, lehrreich und bewegend. Er hat uns nicht nur historische Fakten vermittelt, sondern auch ein stärkeres Bewusstsein dafür geschaffen, wie wichtig Respekt, Mitgefühl und Menschlichkeit sind und dass Menschenrechte auf dieser Welt keine Selbstverständlichkeit sind.

Der Besuch der Gedenkstätte Neuengamme wird uns noch lange in Erinnerung bleiben. Im Unterricht lernt man viel über den Nationalsozialismus, doch an einem authentischen Ort zu stehen, macht alles greifbarer und realer. Und uns wurde noch einmal deutlich, wie wichtig es ist, sich an die Vergangenheit zu erinnern, damit sich solche Zeiten nicht wiederholen.

Erhan Sifeddin, Nele Bonow, Mia Struck, Amelia Ohm, Muhammed Lacin (Kl. 9a,b,d)